Zum GTA 5 Release: Mein Lieblings-GTA

Der Hype hat mich. Inzwischen zähle ich die Stunden bis zum Release von „GTA 5“ (es sind aktuell noch etwa 298). Die bereits veröffentlichten Trailer zeigen mir nicht nur, welche Orte ich bereisen, welche Geschichten ich erleben und welche Musik ich dabei hören werde. Sie versprechen mir auch eine bisher noch nie dagewesene Größe und Vielfalt an Tätigkeiten. Aber versprechen sie mir auch das bisher beste GTA? Ein schwer zu erreichendes Ziel.

Zum GTA 5 Release: Mein Lieblings-GTA

Meine ersten Erfahrungen mit der kriminell guten Spielereihe von Rockstar, ehemals DMA Design, machte ich mit „GTA 2“. Damals noch aus der Vogelperspektive, ohne groß angelegte Gangster-Geschichte, dafür mit Großstadt-Chaos und virtuellen Amokläufen. Letztere sorgten bei Teil 1 schon für reichlich Kontroverse in den Medien, mir war das damals aber noch weitestgehend egal.

Auch die eigentlichen Missionen haben mich in „GTA 2“ noch wenig interessiert, von daher habe ich auch selten mehr als den ersten der drei Stadtteile gesehen. Bis ich die Cheats entdeckte, die den Chaosfaktor von GTA gerne mal verdreifachten. Via Raketenwerfer und Kettenexplosion Autowracks so aneinanderreihen, dass sie eine Straßensperre ergeben und ich mich anschließend leichter gegen das anrückende Militär verteidigen kann – meine Erinnerungen an das gute, alte „GTA 2“ sind vom kompromisslosen Ausnutzen der spielerischen Freiheiten geprägt, die mir das Spiel damals geben konnte und die ich zuvor so noch nicht kannte.

Push It To The Limit – GTA 3

Dann kam mir die PlayStation 2 ins Haus und mit ihr „GTA 3“ – das war vor 11 Jahren. Zuvor hatte ich bereits Spiele wie „Driver“ oder „Midtown Madness“ gespielt, in denen ich ebenfalls eine Stadt frei befahren konnte. Aber zu jeder Zeit aussteigen, jedes Auto klauen können und Missionen erledigen – alles in einer großen, dreidimensionalen Welt? Klang utopisch, wurde aber zur Spielspaß-Wahrheit. Während heute der Genre-Zusatz Open-World an gefühlt jedem zweiten Spiel klebt, war das damals noch was ganz Neues.

Wie habe ich dieses Spiel geliebt. Von der Flucht aus dem Gefängnistransport mit 8-Ball bis zum finalen Kampf am Damm war „GTA 3“ mit die beste Action, die ich bis dato erlebt hatte. Dazu der tolle Soundtrack mit Radiosendern wie Head Radio oder – meinem Liebling – Flashback 95.6 und Songs wie „Push it to the Limit“ und „She’s on Fire“. Als GTA 3 ein Jahr später für den PC erschien, habe ich mir das Teil sogar noch mal geholt und erneut durchgespielt – dieses Mal in höherer Auflösung mit einem individuell aus .mp3-Dateien zusammengestellten Soundtrack. Anschließend bin ich schon vor „Vice City“ zu Hits von Michael Jackson mit einem blitzschnellen Banshee durch Portland und Staunton Island gedüst. Wie gut es war!

Video Killed The Radio Star – Vice City

Es sollte noch besser werden. In gerade mal einem Jahr warf Rockstar das nächste GTA auf den Markt. Was angesichts der kurzen Entwicklungszeit ein mieser Cash-In hätte werden sollen, war stattdessen die konsequente Weiterentwicklung einer im Vorjahr etablierten Open World-Revolution. Mehr Fahrzeuge, mehr Waffen, mehr Möglichkeiten – ich erinnere mich lebhaft an meine Begeisterung, direkt beim Spielstart vor einem der neuen Roller zu stehen. Kaum saß ich auf dem Teil warf ich das Radio an und es ertönte „Billie Jean“ vom King of Pop. Ich war verliebt.

Vice Cityprägte nicht nur meinen Spiele-, sondern auch meinen Musikgeschmack. Ein Kompliment, das ich der gesamten GTA-Reihe geben kann, vor allem aber dem Ausflug in die 80er Jahre von Tommy Vercetti. Damals gefiel mir auch die Story von „Vice City“ deutlich besser als die vom Vorgänger. Der Protagonist war endlich kein stummer, austauschbarer Typ mehr, sondern ein echter Charakter – wenn auch kein sonderlich origineller. Dafür Bot Rockstars viertes „Grand Theft Auto“ unzählige Popkultur- und Filmanspielungen, von denen ich damals gefühlt nur ein Viertel überhaupt verstanden habe.

Wer erinnert sich nicht gern an das Finale in der Villa, als „Vice City“ endgültig begann, „Scarface“ zu kanalisieren. Oder die wunderbar schrägen Missionen mit der Band Love Fist. Natürlich gab es auch weniger erfreuliche Aufträge… etwa die mit den kleinen, ferngesteuerten Hubschraubern. Das hat gefrustet. Egal – Panzer rangeholt, abreagiert, fertig.

Runnin’ Down A Dream – San Andreas

Nach „Vice City“ hat sich Rockstar mehr Zeit gelassen. Das nächste GTA sollte gigantisch werden – gleich drei Städte auf einmal, ein großes Umland inklusive Vororte zum Erkunden, Flugzeuge, Fahrräder, ein Levelsystem, Bandenkriege – eigentlich zu viel. Eigentlich. „GTA San Andreas“ schlug im Herbst 2004 auf der PlayStation 2 auf und wurde erneut zum Megahit.

Vom neuen Gangsters-in-da-Hood-Szenario war ich anfangs nicht sonderlich begeistert, im weiteren Spielverlauf entfernte sich San Andreas aber glücklicherweise davon und fuhr wieder große Action-Momente auf. Allen voran fällt mir die aus „Terminator 2“ entliehene Truck-Verfolgung durch den Kanal ein. Oder die Hanfverbrennung. Oder der Bankraub inklusive Fallschirmflucht.

Ich mochte außerdem den Rollenspiel-Ansatz, auch wenn er nicht mal annähernd zu Ende gedacht wurde. Trotzdem hat es motiviert, Carl „CJ“ Johnson stärker und schneller zu machen. Highlight war mal wieder die Musik. Mein Lieblings-Sender? K-DST! „Music never gets old. Just a little… *cough*.. dusty!“

Die schiere Größe von „San Andreas“ war ebenfalls beeindruckend, brachte aber auch ein paar Nachteile mit sich. Die Reise von einem Ort zum nächsten konnte dauern, außerdem war die ganze Nummer aus technischer Sicht schon viel zu viel für die alte PlayStation 2. Grafisch wirkte „San Andreas“ dadurch weniger rund als sein Vorgänger – und der war damals schon nicht auf der Höhe der Zeit. Umso mehr freue ich mich jetzt auf „GTA 5“, das hoffentlich ohne technische Problemchen auskommt.

One Vision – GTA 4

Wieder der Kauf einer neuen Konsole, wieder mit GTA als mein erstes Next-Gen-Spiel. 2008 brachte Rockstar ihr bisher größtes Projekt auf die Konsolen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht mehr abwarten. Eine PlayStation 3 musste her, auch wenn eine später erscheinende PC-Version nicht unwahrscheinlich war. Aber Geduld und GTA haben bei mir noch nie gut miteinander funktioniert.

GTA 4“ beeindruckte mich vor allem auf technischer Ebene. Das neue Liberty City sah wahnsinnig gut aus, mir gefiel außerdem die neue Fahrphysik (ja, ich mag das!) und das neue Ragdoll-Verhalten der Stadtbewohner führte zu bizarr-witzigen Situationen. In „GTA 4“ machte mir außerdem das Ballern zum ersten Mal wirklich Spaß, dank Coversystem und Euphoria-Engine.

Nico Bellics recht düstere Geschichte dürfte zudem die bisher beste sein, die ein GTA hervorgebracht hat. Mir war „GTA 4“ aber teilweise schon zu sehr geerdet. Die sehr ernste Story schien nicht wirklich Platz für verrückte Missionen zu lassen, daher erinnere ich mich auch kaum an spielerische Highlights. Einzig der unglaublich spannende, sehr lange und sehr schwere Bankraub blieb mir im Gedächtnis. Richtig schlimm fand ich die Handyanrufe von Nicos Freunden. Nein, Roman, ich will nicht Dart spielen. Und jetzt ruf nicht mehr alle zehn Minuten bei mir an!

Den meisten Spaß mit „GTA 4“ hatte ich erst beim zweiten DLC „The Ballad of Gay Tony“ – da wurden die Missionen wieder abgedrehter, die Charaktere waren herrlich schräg (obwohl Brucy aus der Hauptstory natürlich auch rockt) und das ganze Paket war weniger ernst.

Grand Theft Auto – welches ist euer Lieblingsteil?

Mein Lieblingsteil der Reihe? Die Entscheidung fällt mir gar nicht so leicht. In Sachen Atmosphäre und Soundtrack gewinnt ganz klar „Vice City“. Den größten technischen und spielerischen Schritt machte „GTA 3“. „San Andreas“ hatte die coolsten Missionen und „GTA 4“ die glaubwürdigste Spielwelt. Am Ende kann es aber nur einen geben! Ich wähle: „GTA – Vice City“, ganz knapp vor „San Andreas“.

Jetzt seid ihr dran: Welchen GTA-Teil feiert ihr am meisten? „San Andreas“? Teil 3? Oder sogar einen der Handheld-Teile wie „Chinatown Wars“ oder „Liberty City Stories“? Freut ihr euch auch wie ein Schnitzel auf GTA 5?

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Weitere Themen: GTA 5, Rockstar Games

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